Smetana (Smietana, Schmettana)
èesky
Den ältesten Nachweis der
Exulantenfamilie Smetana können wir in der Matrik von Nove Mesto nad Metuji
(Neustadt an der Mettau) finden. Hier verheiratete sich am 4.10.1672 Jan
Smetana (1646-1714) aus Neustadt mit Dorota (1650-1710), der Tochter von
Vaclav Moravec aus Krcin. Der Vater von Jan Smetana war offenbar ebenfalls ein
Jan Smetana, dessen anderer Sohn Jirik sich am 8.4.1663 in Neustadt mit Katerina
Kouba verehelichte. Eine Verwandtschaft der Exulantenfamilie Smetana mit dem
Komponisten Bedrich Smetana, der aus Nechanice bei Königgrätz stammte, ist wenig
wahrscheinlich, aber nicht vollständig auszuschließen. Dasselbe gilt für eine
Verwandtschaft mit dem Rittergeschlecht Smetana von der Feste Osvetiman in
Mähren aus dem 15. bis 16. Jahrhundert.
Das älteste der acht Kinder von Jan
Smetana - Samuel Smetana (1673-1739) - heiratete ins nahegelegene
Tscherbeney im Glatzer Bergland. Zusammen mit seiner Ehefrau Maria Korytovsky
(1673-1744) hatten sie zehn Kinder. Bis zu seinem mit ganzen 49 Jahren erfolgten
Tod war Samuel Smetana in Tscherbeney Kantor.
Als Gründer der Exulantenfamilie
Smetana können wir den jüngsten Sohn von Samuel Smetana - Jan Smetana (*1706)
- ansehen, von dessen elf Kindern drei Söhne - Karel, Samuel und Jan - nach
Preußisch Schlesien gingen.
Deren ältester - Karel
Smetana (*1738) - nutzte seine guten Kenntnisse der waldigen Gegenden im
Grenzland zwischen Böhmen, Glatzer Bergland und Preußisch Schlesien, um vielen
Evangelischen Hilfe beim Verlassen Böhmens zu leisten. Diese verweilten zunächst
meist kurzzeitig in der Umgebung Tscherbeneys, um dann mit Hilfe von Karel
Smetana ihren Weg nach Preußisch Schlesien fortzusetzen. Am 7. August 1764
führte er Mikulas Veselovsky und Vaclav Adamira mit ihren Familien aus Böhmen
heraus. Im Jahr 1765 bekam er 15 Taler für das Schleusen von fünf Familien aus
Böhmen und im September 1765, schon als Kolonist in Neu Podiebrad, forderte er
Entgelt für das Verbringen weiterer Familien aus Böhmen ein: er erkennt aber an,
dass er eine versprochene Vergütung für Mikulas Veselovsky, Adam Jira und Dosek
(Dusek?) schon erhalten habe. Er nennt allerdings noch weitere Familien, die er
geführt hätte. Er macht deutlich, dass es ein gefährlicher und aufwändiger Weg
sei und er Geld zu Fuhrwerken sowie Essen für die Flüchtlinge benötige. Sobald
er bezahlt worden sei, gehe er wieder nach Böhmen, um weitere zu holen. Er
siedelte sich in Ober Podiebrad in Preußisch Schlesien auf der Siedlerstelle Nr.
1 an. Im September 1766 half ihm sein Schwiegervater Matej Janku beim Bau seines
Hauses in Hussinetz. Er besaß ein Pferd und eine Kuh; 1777 erwog er den Ankauf
weiteren Landes. 1780 jedoch übersiedelte er nach Sacken. Sein jüngerer Bruder
(*1748) siedelte in Münsterberg und Jan, der jüngste, in Strehlen.
Alle Söhne
von Karel Smetana - Josef (1770-1804), Jakub (1773-1834) und
Samuel (*1785) gingen von Sacken nach Zelow. Von da breitete sich dann die
Familie weiter aus. Der Enkel Josefs (1770-1804), Josef Smetana (1827-1907)
übersiedelte nach Lodz, und dessen Enkel Karel Smetana (*1889) wanderte
am 22. Oktober 1909 mit Mutter und Schwester nach den USA aus.
Vielen anderen Familien gleich
gelangten die Smetanas auch nach Zyrardow - dorthin ging Josef Smetana
(1864-1911).
Nach dem 1.
Weltkrieg kehrte die Familie von Jan Smetana (1872-1954), Wirtschafter,
ins "Land der Väter", die Tschechoslowakei zurück, während die Familie seines
Bruders Karel Smetana (1876-1938), eines Bäckers, in Zelow blieb.
Unter den
Trägern dieses Namens finden sich bemerkenswerte Persönlichkeiten. Sie gehörten
und gehören zu den hervorragenden Repräsentanten der Reformierten Evangelischen
sowie weiteren nichtkatholischen Kirchen, so der evangelische Pfarrer Jan
Smetana (1901-1967), sein Sohn Pavel Smetana (*1937) und die
emeritierte Seniorin der Evangelischen Böhmischen Brüderkirche sowie erste
Pfarrerin in Polen Vera Smetanova verehelichte Jelinkova.
Heute leben Angehörige der Großfamilie Smetana vorwiegend in der Tschechischen
Republik und in Polen, aber es ist möglich, dass dieser Exulantenname auch
anderwärts in der Welt, beispielsweise in Amerika, erhalten blieb.
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